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Hallo Radio 7-Bürger

 

Mit den Siebenbürgern ist es halt so ne Sache, sie sprechen sehr gut deutsch, nur die Betonierung ist etwas komisch.
Dies gilt sowohl für Heruntergekommene, als auch für Zurückgebliebene.

Alle waren ja in der Schule und so war niemand in der Not nur 3 Kreuze machen zu müssen.
Früher haben sie auf der Kolektiv, der Ar, und in der Livada gearbeitet und mit den Rumänen reden müssen. Dabei hat man so manche Wörter vermischt.
Mancher erinnert sich oft und gerne an diese Zeit.
Am 1. Mai als die Adjuvanten auf dem Tanzboden einen geblasen haben bis es kracht oder auf dem Ball eine flotte Formation spielte. Auf der Hochzeit spielte zuerst die Blaskapelle, und wenn die sich ausgeblasen hatten, kamen die Jungen dran, und die spielten Medison, Pinguin und Shake. Am Morgen musste man dann vom Ball direkt in die Arbeit. Gar mancher fand sich seine Baske nicht mehr. Aus Müdigkeit hat mal ein Adjuvant sein Flügelhorn so widergeschlagen, dass es eine Beule hatte.
Wenn Fremde zu Gast kamen, waren schon die Becher auf der Tatze in der Küche und der Hanklichteig ging auf und kam schon raus aus dem Waidling. Zu Mittag gibt es Tocana in der man den ganzen Vormittag gerudert hat, damit sie nicht anhängt. Vorher gibt’s eine Scheibe gute Hühnersuppe. Jeder konnte sich mehr wie viel ausschöpfen.
Wenn mann auf eine Party ging, hat man sich eine jause mitgenommen.

Die besseren Leute und die hohen Tiere hatten eine eigene Maschine. Sie fuhren auch ans Schwarze Meer und sonnten sich in den Lümmelstühlen. Und wenn sie zurückkamen waren sie schön abgebrannt.
Wenn der 6er Bus voll war, ließen sie auch ihre Verwandten mitfahren. Sie sagten: wir warten auf euch, macht euch fertig und kommt.
Auf dem Weg haben sie schnell noch Geld gewonnen. Die Oma meint: macht bitte das Fenster auf, es ist so eine eingetane Luft hier. Auf dem Weg in die Stadt hat man an einem Maisfeld eine Pause gemacht, da die Frauen alle auf die Seite mussten. Da waren auf dem Feld eine ganze Menge Mutterhaufen.

Die Kinder hatten viel Freiheit. Sie wollten nicht immer folgen. Sie gingen mit bloßem Kopf heraus, auch wenn es kalt war. Aber so braucht es ihnen. Jungs wollen sich immer bringen. Auch im Winter winzeln sie sich im Schnee bis er zergeht. Andere sahen so vergrünt aus wenn sie zu lange in der kalten Luft waren.

Kinder haben es bei Oma und Opa schön. Sie gehen oft über den Schrank und holen sich die Süßigkeiten raus. Seid schön bedankt sagen dann die größeren, und Oma sagt leise: na nicht um was.
Plötzlich ruft Opa: schau deine Mutter ist um dich gekommen, pack die Zuckerchen schnell ein. Als die Mutter merkt, sagt sie: Du, ich verbrenn dir eins, dass du Wasser brauchst, wenn du so viel Süßes ist.
Am Palmsonntag ist unsere Cousine ausgestanden und am Sonntag darf sie als Großes Mädchen auf den Ball.

Es ist nicht Spaß mim Altwerden. Wenn beide in Rente sind, ändert sich alles im Haus. Oma beschwert sich: Seit Vater in Pension ist, habe ich keinen Frieden mehr zu Hause. Er ist mir ständig zwischen den Beinen. Mir tut auch alles weh. Joi, das Leben ist auch eines der schwersten.

Zu Hause hatten die Siebenbürger alle einen großen Garten, von der Scheune bis zum Bodenzaun. Da wächst alles was man braucht: Krauskraut, Maulaffen, Agrisch, Bertram, und Kompost und Tausendschönchen. Es fliegen Maikäfer, Coloradokäfer, Herrgottöchschen herum. Als der Kleine ein Käfer zertrampelt hat ruft Oma: schäm dich bis in dein Herz hinein.
Der Frühling ist meine Lieblingsjahreszeit wenn die Lorbeeren in weiß und lila blühen.
Im Herbst freut man sich am meisten wenn man die Kartoffeln und das andere Gewürz gewinnt.

In Hermannstadt bin ich mit der Tramwai in den Jungen Wald gefahren. Auf dem Weg habe ich mir Samen von „Jungen Herren“ gekauft. In Deutschland hatten sie keinen und haben mich in eine Samenbank geschickt, die weit weg war. Aber ich wollte ja nur ein paar für meine Schwiegermutter.

Wenn man draußen gegrillt hat, wirft man die Knochen über den Blanken zu Nachbars Hund. Abends klaubt man alles zusammen, die Kinder tun sich was an, und die Alten legen sich früh um.

Opa sucht seinen Augenspiegel. Die Kleine sagt: Ota, du schaust nicht mehr gut, du musst schauen, dass du zum Augenarzt gehst. Dann wirst du schauen, dass du an einem Auge nicht gut schaust.
Oma sagt: nicht mehr mach mich lachen, aber so braucht es ihm. Sie lacht und er hat sich nicht gefangen.

Einmal saßen wir am Tisch und aßen das gute gefüllte Kraut, da gab uns unsere Nachbarin ein Telefon und fragte ob wir zu ihr kommen könnten. Ich sagte: wir werden sehen, wann wir kommen. Gesten ist ihre Tochter niedergekommen und hat einen Jungen bekommen.

Neulich an Ostern waren die Jungs bespritzen und haben rote Eier bekommen, bis ihnen das Rosenwasser ausgegangen ist.

Letzte Woche war Vater auf einer Leiche, die sich aber so in die Länge gezogen hat, dass es einem wie eine Ewigkeit vorkam, bis es Tränenbrot gab.

Als man eingereicht hat, musste man viel Zeit haben. Die Fräuleins gingen hundertmal in den Ämtern an dir vorbei, und brachten die Fişe von einem Zimmer ins andere. Ohne Kent und Schmieren ging gar nichts. Aber man braucht auch in Deutschland „Pile“.
Wir waren auch in der Stadt und haben uns abgenommen. Wir brauchten ein neues Bild für den Pass. Bei euch war das ja nicht anders, obwohl wir ja viel hinter euch gekommen sind.
Aber auch das Stutzen war geplant vor der Fahrt. Die Zöpfe packte man sich in eine ledige Schachtel und nahm sie mit nach Deutschland. Aber Gestutzt und Dauerwellen machte man sich jedes Mal nur unten.
Einmal sind die Kinder um uns gekommen und wir sind in die Maschine gekrochen und sind ans Meer gefahren. Mein Schwiegersohn hatte seinen Augenspiegel nicht dabei und hatte nicht die große Fase an, dann haben wir mit einem anderen Auto tamponiert. Der hätte ja auch klaxonieren können, aber er hat den Motor nur ambaliert.

Im Urlaub unten hat man es ja breit mit den Rumänen, nur mit der Nachbarin, der mit dem schlechten Mund, haben wir uns gut verkommen. Der Nachbar wird sich wundern, wenn er sieht wie meine Frau sich ausgekleidet hat, und ich im guten Anzug.

Zuerst hat man in einer Sozialwohnung gewohnt, aber man hat sich da auch bedreht. Dann haben die Kinder sich mutiert. Sie haben ein neues Haus gebaut. Man hat es letzte Woche beworfen und das Dach alleine gelatzt. Aus dem alten Wohnzimmer haben sie den Teppichboden gewonnen und inwendig frisch gestrichen, dann haben wir den Eren schön gewischt. Eines Tages bin ich auf den Aufboden gekrochen und da ist mir die Schlucht auf den Kopf gefallen. Jetzt habe ich eine große Schramme am Kopf. In der neuen Wohnung haben wir uns eine neue Wixleinwand gekauft. In der großen Stube haben wir einen Schrank mit 3 Flügel.

Mein Nachbar sagt: mein Freund, verfriss dich nicht. Es geht uns gut in Deutschland. Wir können jedes Jahr ein Schwein abtun. Mein Schwiegersohn packt sich jeden Tag ein Fettbrot ein. Er hat schon oft geschimmert davon, aber so braucht es ihm. Er ist auch sehr auseinander gegangen. Abends stopft er ein Bier nach dem andern auf und dann geben wir es uns.

Auf dem Amt musste man auch sagen, was man im Leben so gemacht hat und das Heimweh wurde groß und die Augen haben einem gezährt. Opa sagt: Wissen sie, wir hängen schon noch an unseren Häusern. Ich war ein großer Wirt, habe jeden Tag die Götter gefüttert und getränkt, in der Früh die vielen Hennen getastet. Am Abend hatten wir eine Menge Eier aufgehoben. Meine Frau hat mir jeden am Abend den Wein auf der Tatze
gebracht.
Man fragt uns nach der Konfession. Ich sagte: zu erst war ich Echipenchef und später Schlosser. Sie können mehr was eintragen. Am ersten Arbeitstag wollte ich zeigen wie deutsche Pünktlichkeit ist und sagte zur Sekretärin: Kündigen sie dem Chef, dass ich am Montag anfange. Als ich dann da war, waren sie noch in weitem Felde mit der Arbeit. Dann habe ich meine Ärmel aufgestreift und habe losgelegt.

Meine Frau war gestern in der Stadt beim C&A und hat sich einen schönen schwarzen Schoß gekauft. Der alte war ihr im Schluss zu eng und ist nach jedem Anziehen verkrüppelt. Die Verkäuferin meint: einen Rock brauchen sie. Ich sagte: der passt mir auch nicht mehr. Er ist mir über der Brust zu eng, aber ich lass ihn vorne offen. Sie will sich bei jedem Treffen was Neues antun. Für mich gab’s ein neues Majo. Ein paar seidene Perlonstrümpfe kauft sie auch. Ihr sind die Maschen herunter gerannt, weil sie ein Elsternauge an der Zehe hatte. Meine Halben hat sie zum Toppeln mitgenommen, ihre Fersefrei konnte man nicht mehr richten, und sie hat sich neue gekauft.

Um wie viel ist es, sagt Vater und sieht sich das Fußballspiel an. Meine Stunde ist stehn geblieben, ich habe sie nicht aufgezogen. Er muss pünktlich zu Hause sein beim Fußballspiel, weil er ja so ein Mikrob ist.
Nach dem Spiel schreit er: ich dreh den Fernseher ab, ich bin so vergiftet, die Bayern haben wieder unterm Hund gespielt.
Verärgert nahm er sein Bizykel und ist in eine Kondi gefahren. Als er dann abends heimkam, hatte er einen Achter. Er hat sich nicht gleich gefangen, nur am nächsten Tag hat er es bemerkt.
Sein Sohn musste schnell den Regenstern aus der Tasche gewinnen, sonst wären wir ganz nass geworden und der Vater hätte ihm eine runtergehauen, dass er Sterne gesehen hätte.

Gestern war ich beim Arzt. Ich habe mich verzirkt. Der Doktor hat mir mit einem Griff den Hals wieder in die Stelle getan. Ich musste so schwitzen. Ich war ein Wasser.
Nächste Woche gehe ich zum Zahnarzt. Ich muss mir alle Plomben wechseln.


Ja so ist das mit den 7 Bürgern. Mehr was du sagst, du wirst verstanden, wenn es auch mit Händen und Füssen sein muss, und manchmal viel umering reden musst.

 

Verfasst von Kathi Lutsch
 

 



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Termin 19.02.2012

Für den  19. Februar 2012 hat unser Frauenreferat, die Küche im „Haus der Familie“ - Heidenheim reserviert. Unter professioneller Anleitung wird an diesem Termin ein Kochkurs stattfinden; es sollen siebenbürgische Spezialitäten (Hochzeitsgerichte) zubereitet werden. [mehr]

Termin 24.06.2012

Unser Kaffee- und Kuchennachmittag findet nächstes Jahr am 24. Juni 2012 ab 14:00 Uhr statt; wie auch letztes Jahr haben wir wieder die  „Georg Elser“ -  Anlage in Schnaitheim, gegenüber von unserer Heimatstube für diese Veranstaltung gebucht. Musikalisch unterhalten uns nächstes Jahr die „Original Philister Senioren“ - Söhnstetten unter der Leitung von Thomas Stadtmüller. Wir freuen uns jetzt schon auf die Kuchenspenden, auf eine zahlreiche Teilnahme und auf einen gemütlichen Nachmittag. [mehr]

Termin 16.09.2012

Unsere Mitgliederhauptversammlung findet am 16. September 2012  14:00 Uhr statt, dieses Jahr wieder im Bonhöfer Saal des Evangelischen Gemeindehauses in Steinheim – Hauptstrasse 10.[mehr]

Termin 29.09.2012

Zu unserem 15-ten Kleinscheuerner Treffen  ladet der Vorstand der HOG-Kleinscheuern am 29. September 2012 in die Walter-Schmidt- Halle  Giengen recht herzlich ein. [mehr]

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Wir stellen Ihnen ein neues Fotobuch vor. [mehr]